QEMU

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Allgemeines
Name: QEMU
Entwickler: Fabrice Bellard u. a.
Akt. Version: 1.5.0
(Stand 20.5.2013)
Lizenz: GPL (tw. LGPL, BSD)
Betriebssystem(e): Linux, Windows, OS X, *BSD und andere
Virtualisiertes System
Plattform: x86, x86-64, ARM, CRIS, MIPS(64)(el), M68000, PowerPC(64), SH4, Sparc32/64
SMP: bis zu 255 Prozessoren
Mechanismus: dynamische Übersetzung, KVM (nur Linux), Kernelunterstützung
Homepage
http://wiki.qemu.org/Main_Page

QEMU ist ein Emulator unter anderem für die Systeme Linux, Windows, MacOS, FreeBSD, OpenBSD und NetBSD. Er emuliert eine Vielzahl von Architekturen.

Inhaltsverzeichnis

Emulierte Hardware

x86

Auf einem x86-Prozessor werden neben dem Hauptprozessor folgende Komponenten emuliert:

  • PCI und ISA-System (i440FX host PCI bridge und PIIX3 PCI to ISA bridge)
  • PS/2-Maus und -Tastatur
  • Serielle Schnittstelle
  • Parallele Schnittstelle

Massenspeicher

  • Zwei PCI-ATA-Schnittstellen mit Unterstützung für maximal vier Festplatten-Images
  • CD-ROM/DVD-Laufwerk über ISO-Abbild oder reales Laufwerk
  • Diskettenlaufwerk
  • SATA-Festplatten (AHCI)
  • SCSI-Festplatten und SCSI-CD-ROM-Laufwerke
  • virtio-blk (Paravirtualisierte Festplatte)
  • Unterstützte Dateiformate für Images: Raw, das qemu-eigene Format qcow/qcow2, die Formate von VMware, VirtualBox, Parallels, VirtualPC, Bochs, Knoppix (cloop). Außerdem das Pseudoformat vvfat, das ein Verzeichnis auf dem Hostsystem als FAT-Image im Gast abbildet.

Grafikkarte

  • Cirrus CLGD 5446 PCI VGA-Karte
  • Standard-VGA-Grafikkarte mit Bochs-VESA-BIOS-Extensions (Hardware Level, inklusive aller Nichtstandardmodi, über einen experimentellen Patch auch mit einer vereinfachten 3D-Beschleunigung per OpenGL)

Netzwerkkarte und ein DHCP-Server

  • NE2000-Netzwerkadapter sowohl für ISA als auch PCI
  • Realtek 8139
  • Intel eepro100 und e1000
  • AMD PCnet
  • virtio (Paravirtualisiertes Netzwerk)

Sound

  • Systemlautsprecher
  • Soundblaster 16
  • ES1370 PCI
  • AC97
  • Intel HD Audio

USB

  • UHCI-/OHCI-/EHCI- und experimentell auch xHCI-Controller
  • HID-Geräte: Tastatur, Maus und Grafiktablett
  • USB-Massenspeicher
  • USB-Soundkarte
  • Durchleitung von USB-Geräten des Hosts

Aktueller Windows-Build

Bereits seit einiger Zeit gibt es keine offiziellen Binärpakete von QEMU mehr, auch nicht für Windows. Aus diesem Grund werden unter Windows oft deutlich veraltete qemu-Versionen verwendet, deren Fehler gerade bei der Betriebssystementwicklung gelegentlich auffallen. Einigermaßen aktuelle inoffizielle Builds für Windows sind zum Beispiel auf http://qemu.weilnetz.de/ zu finden.

Ein Build von QEMU 1.2.0 ist ebenfalls auf http://improved-madness.de/venom/qemu_1.2.0.7z zu finden.

QEMU unter Windows kompilieren

Um QEMU unter Windows zu kompilieren, werden MinGW und eine Reihe Bibliotheken, die man sich selbst zusammensuchen muss, benötigt:

  • MinGW über den Installer mingw-get-inst von http://sourceforge.net/projects/mingw/ installieren.
  • zlib kann anschließend mittels mingw-get install libz installiert werden.
  • Die aktuelle Version von Python 2.7.x kann von http://www.python.org/download/ heruntergeladen werden. Für das Kompilieren von QEMU sollte Python zumindest vorübergehend mittels z. B. SET PATH=C:\Python27;%PATH% in den Suchpfad eingetragen werden.
  • Von http://www.gtk.org/download/win32.php die Pakete für GLib und Abhängigkeiten herunterladen und im MinGW-Ordner entpacken:
    1. pkg-config ("Tool")
    2. gettext-runtime ("Run-time")
    3. GLib ("Run-time" und "Dev")
    4. pixman ("Dev") ab 1.3.0. Wer das Paket selbst bauen will, kann den Quelltext von http://pixman.org/ herunterladen. Das Kompilieren sollte ausnahmsweise in sh erfolgen, damit der korrekte Pfad zum Installationsverzeichnis von MinGW automatisch bestimmt werden kann:
    ./configure --prefix=`cd /mingw; pwd -W` && make && make install
  • Die SDL Development Libraries (SDL-devel-1.2.*-mingw32.tar.gz) von http://www.libsdl.org/download-1.2.php herunterladen und in einem beliebigen Verzeichnis entpacken. In diesem Ordner make native ausführen, um SDL im MinGW-Ordner zu installieren.

Anschließend kann QEMU wie üblich konfiguriert und gebaut werden, indem die folgenden Befehle im Quelltextverzeichnis von QEMU ausgeführt werden:

sh configure --target-list=x86_64-softmmu --prefix=D:/installations/pfad/fuer/qemu
make
make install

Das baut ein QEMU, das für die Emulation von x86-PCs (32-/64-Bit) verwendet werden kann. Wenn der Parameter --target-list weggelassen wird, wird QEMU für alle Architekturen gebaut, was unter Umständen relativ lange dauert. Für eine Auflistung der unterstützten Architekturen sh configure --help ausführen.

Hinweise:

  • Wenn man --prefix beim configure weglässt, wird QEMU in den Programmordner (z. B. C:\Program Files\Qemu) installiert. Dann sind für make install Administratorrechte erforderlich, das heißt die Eingabeaufforderung muss für diesen Vorgang als Administrator gestartet werden.
  • QEMU gibt unter Windows nur dann etwas auf der Konsole aus, wenn die Umgebungsvariable SDL_STDIO_REDIRECT auf 0 gesetzt ist. Deswegen könnte es sinnvoll sein eine Batch-Datei anzulegen, die SET SDL_STDIO_REDIRECT=0 ausführt.

Siehe auch

Weblinks

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